Information aus dem Presbyterium
zum möglichen Neubau
des Gemeindehauses
an die Ev. Kirche in Wilnsdorf

Stand: 4. Juli 2018

 

Das Wichtigste zuerst:

  1. Die Planungen stehen noch am Anfang!

  2. Das Ergebnis der Bodenuntersuchung würde eine Bebauung grundsätzlich ermöglichen.

  3. Das Presbyterium wird Ergebnisse seiner weiteren Überlegungen und Planungen u.a. auf Gemeindeversammlungen regelmäßig darlegen

 

Vorwort

Da in der Presse zu diesem Vorhaben bereits mehrmals berichtet wurde, nimmt das Presbyterium der Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf die nun auch Vorliegende Stellungnahme der Bodendenkmalbehörde zum Anlass, nochmals über den aktuellen Planungsstand zu informieren.

Die Landeskirche und die Kreissynode des Kirchenkreises Siegen haben die Empfehlung an die Kirchengemeinden gegeben, sich mit ihrer Gebäudestruktur zu befassen. Aufgrund des Rückgangs der Kirchenmitgliederzahlen und des damit einhergehenden erwarteten Rückgangs der Kirchensteuereinnahmen sind die Kirchengemeinden angehalten, sich intensiv mit der Zukunftsplanung auseinander zu setzen.

Diese Planungen betreffen auch die Gebäude unserer Kirchengemeinde. Es wurde daraufhin 2014/2015 eine Gebäudestrukturanalyse erstellt. Deren Ergebnis und die vom Presbyterium vorgenommene Auswertung zeigen, dass in unserer Kirchengemeinde ein viel zu  hoher Prozentsatz (2015: 77 %) der Kirchen-steuermittel für den Erhalt unsere Gebäude verwandt wird. Das Presbyterium sucht daher nach Möglichkeiten, diese Ausgaben insgesamt zu reduzieren.

Grundsätzlich ist man in der Kirchengemeinde bestrebt, nach Möglichkeit in den Ortsteilen – auch durch die Gemeindezentren – unsere Präsenz zu erhalten und dadurch das Gemeindeleben zu fördern. Zugleich müssen die bestehenden Gebäude aber natürlich regelmäßig saniert und in gutem Zustand gehalten oder verbessert werden. Die Analyse zeigte darüber hinaus auch, dass nicht alle vorhandenen Gebäude eine gute Auslastung besitzen.

Davon betroffen sind  ebenfalls die beiden Wilnsdorfer Gebäude.
Eine Grundfrage, die sich daher stellt ist, ob es für die Kirchengemeinde finanziell, strukturell und inhaltlich besser ist, das Gemeindehaus zu erhalten (zu sanieren) oder nach anderen Möglichkeiten zu suchen, Gemeindearbeit zu ermöglichen.

Um die erhaltenswerte Wilnsdorfer Kirche stärker auch für die Gemeindearbeit nutzen zu können und deren Auslastung zu verbessern, wären hier umfangreiche bauliche Veränderungen nötig.

Unbefriedigend ist die Situation aus folgenden Gründen:

  • Die Sanitäranlagen sind unzureichend
  • Die Parksituation ist unbefriedigend
  • Der Zugang ist nicht oder nur eingeschränkt barrierefrei
  • Es ist keine multifunktionale Nutzung des Kirchengebäudes möglich, so z.B. ein angegliedertes Angebot für Kinder während des Gottesdienstes
  • Die Nutzung für ein zeitgemäßes Angebot ist eingeschränkt
  • Vor diesem Hintergrund sucht das Presbyterium nach einer guten Lösung.

Diese unbefriedigende Situation könnte beispielsweise mit einem Umbau bzw. Anbau an die Ev. Kirche in Wilnsdorf überwunden werden.
Jedoch sind ohne zusätzliche Grundstücksflächen an der Kirche bauliche Veränderungen aus bauordnungsrechtlichen Gründen nicht möglich.

Im Frühjahr 2016 wurde uns die Möglichkeit in Aussicht gestellt, Grundstücke zu erwerben, die an die Ev. Kirche in Wilnsdorf grenzen. Wiederholt erfolgten vertrauliche Gespräche zwischen der Eigentümerin der Nachbargrundstücke und Vertretern des Presbyteriums über den Erwerb dieser zusätzlichen Grundstücke.

Um die Grundstücke überhaupt zu einem angemessenen Preis kaufen zu können, waren viele Schritte nötig, die erst einmal dazu dienen mussten und müssen, den Wert des Grundstücks zu ermitteln. Handelt es sich bei den Grundstücken um normale Baugrundstücke oder Gartengrundstücke; wird eine Nutzung für die Kirchengemeinde möglich sein oder nicht? Diese Fragen galt es zu klären.

 

Bisher erfolgte Schritte / Aktueller Sachstand

a) Bodengutachten / Denkmalschutz:

Das Wilnsdorfer Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz und zusätzlich liegt auf einem Teil der Kirchengrundstücke und den Nachbargrundstücken wegen der ehemaligen Burganlage ein sogenanntes Bodendenkmal. Wie alle privaten Bauherren muss auch die Kirchengemeinde in Abstimmung mit dem Landeskirchenamt ihre Bauvorhaben mit den zuständigen Denkmalbehörden abstimmen.

Als erster Planungsschritt erfolgte daher eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung durch die zuständige Denkmalbehörde, ob das Grundstück grundsätzlich und u.U. mit welchen Auflagen bebaut werden kann. Auch schon bei der Einrichtung von Parkplätzen auf Grundstücken mit Bodendenkmal ist eine Beteiligung der Denkmalbehörde erforderlich.

Im Auftrag der Kirchengemeinde und in Abstimmung mit der Grundstücksbesitzerin erfolgte vom 18.-24 April durch ein Fachbüro eine archäologische Untersuchung zum Bodendenkmal für die in Frage kommenden bebaubaren Flächen. Zu dem Ergebnis des Grabungsberichtes hat das Bodendenkmalamt eine Stellungnahme abgeben.

Das Gutachten wurde der Kirchengemeinde nun am 14.06. zugeschickt. Die schriftliche Stellungnahme der Bodendenkmalbehörde hat zum Ergebnis, dass eine Überbauung des Bodendenkmals unter Beachtung einiger Bedingungen grundsätzlich möglich ist.

 

b) Bebauungsplan:

In verschiedenen Kontaktgesprächen mit den Bauordnungsbehörden und der Gemeindeverwaltung wurde zur Schaffung des Baurechtes für eine evtl. mögliche Sondernutzung der zu erwerbenden Grundstücke ein Bebauungsplanverfahren zu starten. Der Wilnsdorfer Gemeinderat hat diesem Verfahren zugestimmt. Grundlage für den Bebauungsplan bildet ein Vorentwurf für einen möglichen Anbau, der zunächst für ein maximal-mögliches Raumprogramm ausgelegt ist. Ein solcher Vorentwurf ist zwingend nötig, um dieses Verfahren zu starten. Der Vorentwurf ist dabei noch kein Bauplan, sondern nur eine mögliche Form des Baus, die in üblicherweise bei weiteren Planungen verändert und angepasst wird.

Nach dem vorläufigen maximalen Raumprogramm erfolgte auch in weiteren Abstimmungsgesprächen mit der Unteren Bauaufsicht eine Festlegung von zusätzlich notwendigen 20 Park- bzw. 2 Behindertenparkplätzen entsprechend der Stellplatz-Verordnung NRW. Entsprechend der Vorplanung wäre eine Einrichtung dieser  Parkplätze auf den neuen Grundstücken auch möglich.

Der Bezirksausschuss Wilnsdorf hatte sich auch dazu entschlossen, einen Architekturstudentenkurs der Universität Siegen zu bitten, mögliche Entwürfe nach dem vorläufigen Raumprogramm zu erarbeiten, die uns als Ideenbörse dienen können. 20 verschiedene Entwürfe mit unterschiedlichen Ansätzen wurden zum Jahreswechsel erstellt und konnten Ende Januar vorgestellt werden.

 

Artenschutzgutachten:
Ein für den Bebauungsplan notwendiges und obligatorisch zu erstellendes Artenschutzgutachten, das von der Gemeinde Wilnsdorf in Auftrag gegeben wurde, beinhaltete keine Bedenken für eine Bebauung des Nachbargrundstücks.

 

d) Exkurs: Ausbau der Straße „Herrengarten“:
Der von der Gemeindeverwaltung Wilnsdorf schon im Jahr 2015 geplante Bebauungsplan zum Ausbau der Anliegerstraße Herrengarten steht nicht im Zusammenhang mit dem evtl. möglichen Anbau an der Kirche. Konkret heißt das: Die Straße würde auch dann ausgebaut werden, wenn von Seiten der Kirche nichts geschieht. Bei einem genehmigten Bebauungsplan zum Anbau der Kirche jedoch müsste die Kirchengemeinde, wie alle anderen Anlieger, die entsprechenden Gebühren entrichten. Ein Gemeindehaus-Anbau würde auch den Ausbau der Straße durch zusätzlichen Verkehr o.ä. nicht verteuern.

 

Wie es jetzt weitergeht…

Nach dem vorliegenden Ergebnis zum Bodendenkmal, das wir am 14. Juni 2018 erhielten, wird sich das Presbyterium in Abstimmung mit dem Bauausschuss nach der Sommerpause mit der weiteren Planung und der Abwägung verschiedener Möglichkeiten befassen und über die Ergebnisse rechtzeitig informieren.

Das Presbyterium der Ev.-Ref.- Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf